Dieses Ensemble stärkt mich, weil es aus wunderbaren Menschen besteht. Menschen, die in ihrer Musik aufgehen, die begeistert und überzeugt sind von dem, was sie tun. Sie urteilen nicht über richtige und falsche Töne. Es gibt keinen Wettbewerb, keine Spur von sportlichem Eifer und närrischer Perfektion. Die Sache, also die Musik, das gemeinsame Erleben und Entdecken stehen im Mittelpunkt. Wir befinden uns oft im Prozess und die Geduld meiner Mitspieler wärmt mich. Es ist wundervoll.

Aber was machen wir genau?
Im späten Mittelalter, der frühen Neuzeit und lange darüber hinaus gab es Stadtpfeifer, die die täglichen Prozessionen, Feiern, Bälle, und die verschiedensten weltlichen und geistlichen Ereignisse der Stadt auf lauten Blasinstrumenten begleiteten und ihnen mit ihrer Musik den angemessenen feierlichen Rahmen gaben. Das Ensemble Hanse Pfeyfferey widmet sich der Musik dieser Zeit. Schalmei, Pommer, Zugtrompete, Zink und Posaune erklingen in unterschiedlichen Konstellationen unter freiem Himmel.
Das Repertoire ist vielseitig und stammt momentan vor allem aus dem frühen 16. Jahrhundert. Die ausgewählten Handschriften und Fragmente werden ergänzt und weitergesponnen. Die Harmonien und Töne muten manchmal fremd an, aber schon nach wenigen Takten kann man den Zusammenklängen auch hörend, trotz Komplexität, mehr und mehr folgen und entdeckt den Reichtum der Möglichkeiten. Auch stecken Architektur und andere Künste in dieser Musik, die man durch die Klangwellen förmlich sehen kann.
Sehr gern möchte ich noch tiefer mit euch eintauchen, liebe Hanse Pfeyfferey.